Die Familie von Fyodor Pirotsky stammt von einem kosakischen Unteroffizier ab. Anfang der 1870er Jahre arbeitete Pirotsky einen Entwurf für die Übertragung von Elektrizität durch einen Eisendraht aus, der mit Telegrafenisolatoren an Holzmasten und zwei Wechselstrommaschinen seiner eigenen Konstruktion befestigt war. Als Rückleiter verwendete er Erde.
Pirotsky widmet seine Aufmerksamkeit den "freien" elektrischen Leitungen - den Eisenbahnschienen. Im Jahr 1875 begann er mit einer Reihe von erfolgreichen Experimenten auf einem 1 km langen Eisenbahnabschnitt, die er 1876 abschloss. Bei diesen Versuchen war eine Schiene ein direkter und eine andere ein Rückleiter (Masse); der Energieempfänger war ein Elektromotor.
In einer Erfindungsanmeldung vom 5. April 1880 beschrieb er ein Projekt für eine elektrische Eisenbahn, und am 12. April stellte er vor einem großen Publikum, darunter ein Vertreter der Firma Siemens, ein Projekt zur Nutzung der Elektrizität "für die Bewegung von Eisenbahnzügen mit Zuführung von Elektrizität durch die gleichen Schienen, auf denen die Räder rollen" vor.
Am 22. August 1880 setzte sich schließlich der erste elektrisch betriebene Straßenbahnwagen der Welt in Bewegung. Sie fuhr im Trab (8-12 km/h), machte eine scharfe Kurve, hielt an und fuhr wieder zurück. Die Vorführung wurde bis zum 16. September erfolgreich durchgeführt.
Nur 12 Jahre nach Pirotskys Erfindung wurde die Straßenbahn also zum ersten Mal in seinem Heimatland, der Ukraine, gebaut.
Heute benutzen Menschen auf der ganzen Welt Straßenbahnen, um zur Arbeit zu kommen, um spazieren zu gehen oder einfach nur, um hin und wieder eine Fahrt zu machen. Dieses Verkehrsmittel wird in Büchern und Liedern romantisiert. Und in einigen Städten ist die Straßenbahn zu einem Highlight geworden und wurde auf Postkarten und Gemälde übertragen.
Die Straßenbahn ist ein weiterer Beweis dafür, wie die Ingenieure die Welt verändern.